Die letzten 4,5 Tage, die ich und meine Kommilitonen bei unserer Studienfahrt nach Warschau erleben durften, bieten nun endlich genug Stoff um den ersten richtigen Post auf svenjagoesosteuropa zu füllen. Obwohl sich dieser Blog der Berichterstattung meines Theoriesemesters in Budapest verschrieben hat, passt der Bericht über den Besuch der Hauptstadt Polens dennoch gut hierher.
Die Reise begann Donnerstag in den frühen Morgenstunden. Ein wirklich sehr aufgeweckter, ständig summender und sprechender Taxifahrer brachte mich zur Dualen Hochschule, von wo der Bus gegen 5.30 seine lange Reise antrat. Schon auf der Fahrt dorthin erhielt ich von ihm bedeutende Lebensweisheiten wie „man sollte mindestens 5-6 Sprachen sprechen und sich dafür täglich etwa 2 Stunden Zeit nehmen“.
Auf die Frage, ob er einiger Fremdsprache mächtig sei, reagierte er nicht.
Sein Deutsch war wohl nicht das Beste.
Die Reise mit dem Bus ging also in Richtung Warschau.
Gegen halb 2 am Nachmittag erreichten wir unsere eigene Hauptstadt, wo wir der polnischen Botschaft einen Besuch abstatteten.
Anschließend besichtigten wir das Holocaustdenkmal.
Zu meiner Schande erkannte ich es nicht sofort als dasselbe. Als alle begannen sich auf den Weg in die Mitte der hunderte von Steinblöcken zu machen(niemand konnte mir eindeutig sagen, was sie zu bedeuten haben), fragte ich nur „Wo ist denn nun dieses Denkmal?“
Naja...man lernt jeden Tag dazu.
Später wurden wir noch zu Gästen des Ministeriums für Wirtschaft und Technologie, wo wir einem weiteren Vortrag über die wirtschaftliche Situation Polens lauschen durften.
Schließlich fuhren wir dann in die Jugendherberge.
Eine wirklich wunderbare Einrichtung mitten in Berlin.
Ein gemütlicher Innenhof lud zum Verweilen ein, während die letzten Sonnenstrahlen des Tages die bunten Graffitis an den Wänden beschien.
Am nächsten Morgen trafen wir uns bereits um 7 zum Frühstück. Gegen 8 fuhr dann der Bus Richtung Polen.
Schon kurz nach der Grenzüberfahrt, sah ich, was Mama gemeint hatte mit „Nimm Klopapier mit, da ist es wie zu DDR-Zeiten!“
Das Land gleicht Deutschland tatsächlich nur bedingt.
Vermutlich war es aber auch nur der Kontrast von Berlin zur ländlichen Umgebung durch die wir zu 99% der Zeit fuhren.
Autobahnen in dem Sinne gab es erst in der Gegend rund um Warschau...und dort hat man sie kaum als solche wahrgenommen. Es waren mit uns nur etwa 3 weitere Autos unterwegs. Das erinnerte mich stark an den Autobahnabschnitt kurz vor Heiligenstadt.
In Poznan machten wir einen Zwischenstopp bei einer Niederlassung von John Deere.
Es kamen sogar drei andere dazu einen fabrikfrischen Traktor zu fahren.
Als als letztes eine weibliche Kommilitonin das Fahrzeug bestieg, rief Herr Kornmeier „Achtung! Aus dem Weg!!!“
Seine Einstellung hat mich zutiefst schockiert.
In Warschau angekommen, bestaunten wir zunächst die Zivilisation, die wir seit etwa 5 Stunden(seit Poznan) nicht mehr gesehen hatten.
Das Hotel begeisterte uns ebenso.
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